Sehr geehrte Damen und Herren,
aufgrund der hohen Nachfrage zu diesem Workshop sind gegenwärtig leider keine freien Plätze mehr verfügbar. Wenn Sie sich dennoch anmelden möchten werden wir Sie in eine Warteliste aufnehmen und Ihnen ggf. im Falle einer Absage kurzfristig einen Platz anbieten.
Vielen Dank für ihr Interesse und Verständnis,
Ihr REACH in der Praxis Team
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3. Fachworkshop: Umweltbezogene Expositionsbewertung im Rahmen von Stoffsicherheitsbewertung und Registrierung, Methoden & Instrumente und Erfahrungen mit ihrer Anwendung
Veranstalter: Umweltbundesamt (UBA)/Bundesumweltministerium (BMU)
Organisation: Ökopol Institut
Ort: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung / Presse- und Besucherzentrum, Reichstagufer 14, 10117 Berlin
Datum: Mittwoch, den 06.06.2012.2012
Zeit: 10:00 - 17:00 Uhr
Hintergrund und Ziele
Im Rahmen der Registrierung sind Akteure unter REACH verpflichtet eine umweltbezogene Expositionsbewertung durchzuführen. Im Gegensatz zum Arbeitsschutz, für den es seit vielen Jahren etablierte Methoden und Instrumente gibt, stellt die umweltbezogene Expositionsbewertung für die meisten Marktakteure konzeptionelles und methodisches Neuland dar.
Gerade in Bezug auf die Erstellung umweltbezogener Expositionsszenarien (ES) zeigten sich in der ersten Registrierungsphase viele Probleme. Dies ist z.T. in der Doppelfunktion der Expositionsszenarien begründet. ES dienen zum einen als Basis der Stoffsicherheitsbewertung der Registranten und werden zum anderen zur Kommunikation sicherer Verwendungsbedingungen gegenüber den Kunden verwendet. Während für die erste Funktion eine eher wissenschaftliche Aufbereitung der Informationen mit einer die Modellbildung unterstützenden Standardisierung sachgerecht sein kann, erfordert eine aussagekräftige Kommunikation in den Wertschöpfungsketten eine etwas andersgeartete Aufbereitung der Information für die nachgeschalteten Anwender.
Ein anderes Problemfeld ist die bislang fehlende Erfahrung in der Anwendung der einschlägigen Methoden und Instrumente zur Umweltexpositionsbewertung und der Interpretation der jeweiligen Ergebnisse bei vielen der beteiligten Akteure.
Im Rahmen des Workshops werden die wichtigsten Methoden und Instrumente vorgestellt sowie die dahinter liegenden Prinzipien erläutert, so dass sich den potentiellen Registranten die Gesamtlogik eines strukturierten Vorgehens erschließt.
Darüber hinaus werden basierend auf den bisherigen Erfahrungen bestehende Probleme, resultierender Entwicklungs-/Anpassungsbedarf diskutiert, sowie konkrete Lösungsbestrebungen vorgestellt.
Inhalt des Workshops
Der Fach-Workshop umfasst drei inhaltliche Schritten:
• Zunächst werden die grundlegenden (rechtlichen) Anforderungen an die umweltbezogene Expositionsbewertung und diesbezügliche Erfahrungen aus der ersten Registrierungsphase vorgestellt.
• Dann erhalten die Teilnehmer in Arbeitsgruppen die Möglichkeit, die systematischen Schritte bei einer umweltbezogene Expositionsbewertung nochmals schrittweise nach zu vollziehen und zu hinterfragen.
• Darauf aufbauend werden für konkrete Problembereiche bestehende Lösungsansätze und Lösungsbestrebungen erläutert, sowie in einem gemeinsamen Ausblick die möglichen Konsequenzen für die anstehende zweite und auch die dritte Registrierungsphase diskutiert.
Die Funktionalitäten, der Entwicklungsstand sowie die Möglichkeiten und Grenzen der Anwendung der verschiedenen IT-gestützten Instrumente zur Unterstützung der umweltbezogenen Expositionsbewertung (wie EUSES, Chesar, ..) und der Kommunikation sicherer Anwendungsbedingungen (wie EuPhrac, ES ComXML, ..) sind nicht Gegenstand dieses Workshops. Sie werden aber im Detail im 4. Fach-Workshop der REACH in der Praxis Reihe am 25. September 2012 behandelt.
Zu den drei inhaltlichen Schritten des 3. Fach-Workshops nochmals im Einzelnen:
Im ersten Schritt werden in einem Einführungsbeitrag die rechtlichen Anforderungen und die inhaltliche Elemente der umweltbezogenen Expositionsabschätzung und -bewertung aus Sicht der Umweltverwaltung systematisch dargestellt.
Diese Darstellung wird durch einen Beitrag ergänzt, in dem die konkreten Lösungskonzepte und Unterstützungsinstrumente, die von den europäischen Industrieverbänden entwickelt wurden vorgestellt werden. Dies betrifft insbesondere die sogenannten spERCs (specific environmental release categories), und die bisherigen Erfahrungen mit ihrer Anwendung.
Im zweiten Schritt werden die zuvor theoretisch eingeführten Vorgaben und Instrumente anhand eines Praxisbeispiels in Arbeitsgruppen systematisch durchgegangen und besprochen. Hierdurch sollen den Teilnehmer insbesondere die Bedeutung, aber auch die möglichen Schwierigkeiten bei den einzelnen Schritten einer umweltbezogenen Expositionsbewertung verdeutlicht werden und es erfolgt ein Austausch über die bisherigen diesbezüglichen Erfahrungen der Beteiligten.
Ergänzt werden die Eindrücke der Arbeitsgruppen durch einen Bericht eines Vertreters der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), welcher die Beobachtungen der ECHA aus den erfolgten Registrierungen und den ersten Dossierprüfungen vorstellen wird. In diesem Beitrag werden häufiger auftretende Probleme und deren Ursache sowie notwendiger Optimierungsbedarf diskutiert. Beispielhaft erwähnt seien hier Schwächen bei der Dokumentation der umweltbezogenen Expositionsbewertung in den Registrierungsdossiers (klare Benennung von Verwendungen, Nachvollziehbarkeit von Annahmen zu Emissionen/Emissionsfaktoren), sowie in Bezug auf die Abdeckung des gesamten Lebenszyklus (inklusive der Nutzungsphase durch Verbraucher und der Abfallphase). Auch erste auf diesen Beobachtungen fußende Empfehlungen für eine verbesserte Praxis sowie eine Einordnung der Umweltbewertung unter REACH in den regulatorischen Kontext zu anderen Umweltgesetzen (z.B. nationale Anforderungen an die Akteure aus EU-Industrieemissionsrichtlinie (Industrial Emissions Directive – IED) und Wasserrahmenrichtlinie (WRRL)) werden Gegenstand dieses Beitrages sein.
Im dritten Schritt werden dann einzelne als problematisch identifizierte Elemente aus dem Kontext der umweltbezogenen Expositionsbewertung nochmals aufgegriffen und es werden konkrete Lösungsansätze und Entwicklungsbestrebungen vorgestellt. Konkret handelt es sich um die derzeit laufenden Bemühungen, in verschiedenen Anwendungssektoren die spERCs weiter zu entwickeln und in ihrer Anwendbarkeit zu verbessern, um die Frage wie aussagekräftige Informationen zur Wirksamkeit von Risikomanagementmaßnahmen erschlossen und bei der Expositionsabschätzung sachgerecht berücksichtigt werden können, sowie um die Möglichkeiten und Grenzen des sogenannten „Scalings“, also der Übertragbarkeit/Anpassung sicherer Anwendungsbedingungen an die realen Verhältnisse „vor Ort“.
In einer abschließenden Podiumsdiskussion werden die Referenten in einer gemeinsamen Podiumsdiskussion nochmals einen Ausblick auf die konkret anstehenden Herausforderungen der zweiten Registrierungsphase nehmen und gemeinsam mit den Teilnehmern Empfehlungen für die Anwendung der vorstellten Konzepte und das Vorgehen in der zweiten Registrierungsphase diskutieren.
Zielgruppe
Die Veranstaltung richtet sich insbesondere an Unternehmen welche 2013 Stoffe registrieren müssen und die bisher noch keine Erfahrungen mit eigenen Registrierungen gemacht haben, sowie an „alte Hasen“, die Ihre Erfahrungen mit anderen teilen möchten und neue Entwicklungen im Bereich der umweltbezogenen Expositionsbewertung aufgreifen wollen, um ihre bestehenden Dossiers auf den neusten Stand zu bringen.
Auch Unternehmen, die ihre Registrierungen von externen Beratern durchführen lassen oder die im Rahmen einer „joint submission“ die Risikobewertung weitgehend dem „Lead Registrant“ überlassen, wird die Teilnahme empfohlen. Erfahrungen zeigen, dass es notwendig und hilfreich ist, wenn die Registranten Rückfragen von Kunden und/oder Behörden selbst beantworten können.